Jubiläums- Ausstellung „75 Jahre Freiheit“

Hervorgehoben

Der Verein für Denkmalpflege Sonsbeck gibt bekannt:
Nachdem die für den 17. April 2020 vorgesehene Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen schon wegen der Einschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie ausgefallen ist, hat sich der Vorstand entschlossen, auch die Jubiläums-Ausstellung „75 Jahre Freiheit“, die am 8. Mai beginnen sollte, abzusagen. „Es tut uns ganz besonders leid, diesen Schritt zum Schutz der Bevölkerung tun zu müssen, weil wir in der Vorbereitung ein großes Interesse aus allen Schichten der Bevölkerung erfahren haben,“ teilte Heinz-Peter Kamps, Vorsitzender des Vereins, mit. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und es wäre schade, wenn nicht das große Engagement, mit dem sich eine Reihe jüngerer Mitglieder mit dem Thema befasst und zu erstaunlichen und sehenswerten Ergebnissen geführt hat, nicht einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden könnte.“ Man wird jetzt abwarten, wann die Einschränkungen der Bevölkerung aufgehoben werden, und dann einen neuen geeigneten Termin festlegen. Dies bedarf aber auch einer Absprache mit dem Vrijheidsmuseum in Groesbeek/Niederlande, aus dem eine große Anzahl von Ausstellungsgegenständen zum Thema „Leben im Krieg“ zur Verfügung gestellt werden sollte. Bei der Vorbereitung der Ausstellung sind bereits eine Menge Kosten entstanden z.B. für Rechteerwerb und Druck von Bildern, die zum Glück durch einen nicht unerheblichen Zuschuss der Volksbank am Niederrhein abgedeckt werden konnten. Außerdem sollte die Ausstellung über die Euregio Rhein-Waal gefördert werden. „Wir werden versuchen, diese Förderung auch für den dann festgelegten neuen Termin zu bekommen,“ versicherte Kamps.

Verantwortlich: Heinz-Peter Kamps, Vorsitzender Verein für Denkmalpflege
02838 1500, 0152 32017742

Der Verein für Denkmalpflege e. V.

Hervorgehoben

Motto des Vereins: Ohne Beschäftigung mit der Vergangenheit kann es keine Zukunft geben (Zitat von Theodor Heuss)

 Vereinsgeschichte

Zu Beginn der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts überlegten Sonsbecker Bürger, wie man es bewerkstelligen könne, den Toten der Weltkriege ein Ehrenmal zu errichten, das von der gesamten Sonsbecker Bevölkerung getragen wurde. Außerdem diskutierte man über den Standort dieses Ehrenmals. Hierbei sollte keine Verherrlichung des Krieges erfolgen, sondern im Gegenteil an die Schrecken von Krieg und Gewalt durch die Betroffenheit der Sonsbecker Familien erinnert werden.

So trafen sich am 24. Januar 1983 im Lokal Bergmann einige Sonsbecker Bürger, um einen Verein zu gründen, der zunächst diesem Anliegen nachkam und sich danach weiteren Zielen aus der Heimatgeschichte widmen sollte. Die Anwesenden, die spontan der vorgelegten Satzung zustimmten und durch ihre Unterschrift Mitglied des neuen Vereins „Verein für Denkmalpflege e.V.“ wurden, unter ihnen die beiden ehemaligen Sonsbecker Gemeindedirektoren Bernhard Roßhoff und Herbert Veltkamp und der damalige Bürgermeister Theodor Verhoeven, wählten Heinrich Kerstgens zum Vorsitzenden, Schriftführer wurde Heinz-Peter Kamps, und zum Kassenwart wurde Franz Holbeck bestimmt. Weitere Gründungsmitglieder waren Margret Zaloudek und Georg Weber.

Ehrenmal_Sonsbeck

Ehrenmal Sonsbeck

Das erste Ziel, die Errichtung eines Ehrenmals, wurde mit der feierlichen Einsegnung am 13. November 1987 am Volkstrauertag erreicht. Man hatte es geschafft, die gesamten Kosten von ca. 50.000,- DM über Spenden der Bürger, Vereine, Bruderschaften und der örtlichen Bankinstitute aufzubringen. Dies war nur dadurch möglich geworden, weil die Sonsbecker Bevölkerung sehr intensiv Anteil nahm an dem Projekt und alle Familien ihre zivilen Toten und die Gefallenen im Krieg benannten und deren Namen, insgesamt 318 Tote, auch auf dem Denkmal erschienen.

Ehrenmal Sonsbeck

Ehrenmal Sonsbeck

„Weil der Hass größer war als die Liebe“ ist ein Teil des Sinnspruches, der auf dem Ehrenmal eingraviert wurde. Es besteht aus Basalt-Lava-Platten und hat eine Größe von acht mal vier Metern. Die Namen der getöteten Sonsbecker Bürgerinnen und Bürger sind in Stein gehauen. Das Werk wurde auf dem bestehenden Ehrenfriedhof mit den Gräbern von in der Nähe von Sonsbeck gefundenen toten Soldaten eingebunden. Man hatte in der Standortfrage und in der Gestaltung sich der fachkundigen Mithilfe von Herrn Dr. Bölke vom Verein für Friedhof und Denkmal aus Kassel beraten lassen. Die ausführende Firma war der ortsansässige Steinmetzbetrieb van Huet & Weber.

Gommansche_Muehle

Gommansche Mühle

Nachdem nun der erste Auftrag an die Bevölkerung abgeliefert war, fand man als nächste Aufgabe die zukünftige Nutzung der renovierten Gommanschen Mühle. So lautete eine Überschrift in den örtlichen Zeitungen „Bald eine Heimatstube in der Gommanschen Mühle?“. Auch hier war wieder Geldsammeln angesagt, denn für die arme Gemeinde Sonsbeck als Ausgleichstockgemeinde war für Ausgaben außerhalb ihrer Pflichtaufgaben kein Raum im kommunalen Haushalt. Und hier stand ein Betrag von 100.000,- DM für die innere Renovierung der Mühle im Raum. Zum Glück sagte der Heimat- und Verkehrsverein seine ideelle und finanzielle Unterstützung für die Realisierung dieses Projektes zu. So konnte nach vielen Vordiskussionen der Verein am 5. Juli 1990 einen Antrag auf Gewährung von Landesmitteln aus der Städtebauförderung des Landes stellen.

Die Eröffnung der Heimatstube als „kulturhistorische Begegnungsstätte“ fand dann am 24. Mai 1992 statt. Hier fanden nun Prunkteller ihre Heimat, die die Kulturstiftung der Sparkasse Moers dem Verein als Dauerleihgaben zur Verfügung stellten, nachdem sie von dem Töpfer Kippes aus Vernum nach den Originalen, die im Original in Museen ausgestellt sind, nachgebildet worden waren. Des Weiteren werden seitdem im Obergeschoss der Mühle verschiedene Irdenwaren ausgestellt, die der Verein im Laufe der Jahre zusammengetragen hatte und die an die Vergangenheit Sonsbecks als bedeutenden Töpferort am Niederrhein erinnern. Die Gesamtkosten von insgesamt 100.000,- DM waren zur Hälfte vom Land NRW und zur anderen Hälfte vom Verein zusammengetragen worden, auch hier wieder dank der Unterstützung aus der Sonsbecker Bevölkerung.

Seitdem ist der Verein für Denkmalpflege e.V. faktischer Mieter der Mühle und versucht immer wieder mehr oder weniger erfolgreich durch eigene Aktionen und Veranstaltungen aber auch durch Bereitstellen für andere Vereine und Gruppierungen die Mühle in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen.

75 Jahre Freiheit – Ausstellung ab dem 8. Mai

75. Jahrestag des Ende des 2. Weltkrieges
 
Auch in Sonsbeck wird man dem 75. Jahrestag des Ende des schrecklichen 2. Weltkrieges gebührend gedenken. Der Verein für Denkmalpflege e.V. bereitet eine Ausstellung vor, um den Schrecken des Krieges, den die meisten der heute Lebenden zum Glück nicht erlebt haben und hoffentlich niemals erleben werden, anhand von Zeugnissen aus dieser Zeit darzustellen. 
Zum einen werden die letzten Zeitzeugen, die die Kriegsjahre noch selbst erlebt haben und davon berichten können, immer weniger, zum anderen ist Krieg für die Nachkriegsgenerationen  möglicherweise ein Thema aus dem Fernsehen oder von amerikanischen Hollywoodfilmen aber nichts direkt Erlebtes.
Und wie kann man die Geschehnisse des letzten Kriegsjahres 1945 besser darstellen, wenn man das „normale“ Leben in dieser Zeit  und mit eindrucksvollen Fotos die Folgen der Bombardierung für die Bevölkerung wiedergibt. Denn immerhin ist Sonsbeck Ende Februar 1945 zu 85 % zerstört worden. So wird der Verein am 8. Mai 2020 die Ausstellung in der Gommanschen Mühle und im Haus an der Mühle eröffnen unter dem Titel: „75 Jahre Freiheit“. 
An diesem Tag, der im übrigen auch der Europatag ist, wird auch ein Film präsentiert, der den „Krieg in Sonsbeck“ mit laufenden Bildern zeigt, es werden in einem Video Zeitzeugen zu Wort kommen, eindrucksvolle Bilder, die bisher kaum einer gesehen hat, werden ausgestellt, es gibt eine bedrückende Präsentation der Toten des Weltkrieges aus Sonsbeck, Labbeck und Hamb, und in Zusammenarbeit mit dem „Vrijheidsmuseum“ in Groesbeek wird unter dem Titel „Alltag im Krieg“ das erschwerte Leben der Bevölkerung versucht darzustellen. 
Der Verein hat aber festgestellt, dass es in den Sonsbecker Familien sicher noch Gegenstände aus dieser Zeit gibt, die das eingeschränkte Leben der Menschen wiedergeben. Wer diese für die Ausstellung zur Verfügung stellen würde, dem wären wir sehr zu Dank verpflichtet. „Unser Ziel ist es, mit dafür Sorge zu tragen,“ so der  Vorsitzende des Vereins Heinz-Peter Kamps, „dass wir, unsere Kinder und Enkelkinder nie wieder einen Krieg erleben müssen und dass die 75 Jahre Frieden in Europa auch in Zukunft Bestand haben.“
Wer also meint, etwas zu der Ausstellung beisteuern zu können, kann sich bei heinz-peter.kamps@freenet.de oder telefonisch 028381500 melden. Die Ausstellung wird  vom 8. Mai bis zum 1. Juni 2020 an den Wochenenden und auf Anfrage zu sehen sein.